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  • Simon Keller & Thomas Böni

Ein Hauch Trainingsweekend an den Churfirsten

Turnfahrt Gamsalp 2023 |


Wie gewohnt startete auch diese Turnfahrt noch vor der Morgendämmerung am Bahnhof Stammheim. Noch etwas verschlafen – vom frühen Aufstehen und vielleicht etwas späten ins Bett gehen nach der Abteilungsversammlung am Vorabend – war zum abgemachten Treffpunkt um 06:30 erst ein Bruchteil der angemeldeten 27 Teilnehmenden vor Ort. Innert zehn Minuten versammelte sich aber fast die ganze Turnerschar (bis auf wenige, die später zusteigen würden) auf dem Perron und so konnte die Reise pünktlich um 06:43 losgehen.


Mit kurzen Zwischenstopps in Winterthur und Zürich und sogar einer Kaffeemaschine auf dem Zug der Südostbahn war auch für die nötige Reiseverpflegung gesorgt. Mit der aufgehenden Sonne zeigte sich dann auch, dass der Wetterbericht nicht zu viel versprochen hatte! So konnten wir das Sportzentrum Kerenzerberg, dem Austragungsort unseres jährlichen Trainingsweekends, einmal von der anderen Seeseite in der Morgensonne betrachten. Hoch über dem Walensee erreichten wir dann den Startpunkt unserer Wanderung; Amden im Kanton St. Gallen.


Bei dem schönen Wetter konnten die Trainer-Jäggli bereits vor 10:00 Uhr verstaut – und die Sonnencreme hervorgenommen werden. Eine lange Wanderung stand vor uns, gesamthaft sieben Stunden waren uns von Michelle, die die Turnfahrt organisiert hatte, für den Samstag angekündigt worden. Bald bildeten sich verschiedene Gruppen, sodass die Landschaft von allen in ihrem Wandertempo genossen werden konnte. Rauf und runter ging es, zwischendurch mussten sogar die dafür vorgesehenen Stahlseile an den Felswänden genutzt werden, um sicher den Berg hochzukommen. Etwas weniger als die Hälfte der Wanderung war geschafft, als wir auf der anderen Seite der Krete in der Ochsenhütte Selun anhielten und sich die ganze Turnerschar zum Zmittag wieder traf. Dort stärkte man sich bei toller Gastfreundschaft und leckerem Essen für die Fortsetzung der Tageswanderung.


Auch der zweite Teil der Wanderung beinhaltete Gefälle wie auch Steigungen und weiterhin präsentierte sich die Landschaft mit den imposanten Churfirsten von ihrer schönsten Seite. Manche «Untergruppen» liessen sich auch einen Zwischenhalt für einen Kafi Luz nicht entgehen. Nach der Erfahrung mit der wortkargen Bedienung und einem Luz, welcher für die erfahrenen Geniesser nicht für gut befunden werden konnte, entschloss man sich aber, die Weiterreise in Angriff zu nehmen. Andere fanden unterwegs noch Glace, welches die Erwartungen umso mehr erfüllte und bei diesem Wetter genau das richtige war.


Die Wanderung neigte sich langsam dem Ende zu, als der Weg immer steiler und steiniger wurde. Provokante Bilder von der Ankunft auf der Gamsalp – dem Tagesziel – erreichten die hinteren Gruppen bereits, als sie noch über eine Stunde Wanderung vor sich hatten.

Teils mit weichen Knien und voller Erleichterung erreichten dann nach und nach weitere Turnerinnen und Turner das Berggasthaus Gamsalp und man begann von den Erfahrungen zu berichten. Bald wurde klar, dass (ungewollt) verschiedene Routen absolviert wurden und man rätselte, an welchen Stellen wohl die Abzweiger dafür gefunden worden waren.


Am Ende des Tages haben alle den Weg zur Gamsalp geschafft. Unsicher bleibt nur, wie viele verschiedene Routen wir gefunden haben und ob sie wirklich keine Abkürzungen zur eigentlich geplanten Strecke gewesen sind. Nach einem kühlen «Schüga» oder einem heissen Luz in der Gartenwirtschaft begab man sich allmählich unter die Dusche, bevor man im Restaurant mit herrlicher Aussicht bis ins Rheintal platznahm.


Natürlich entging der Turnerschar nicht, dass direkt vor dem Fenster ein Hotpot stand. Leider durfte dieser aber nicht in Betrieb genommen werden, wenn auch einige Turner überzeugt waren, dass sie den Pot schneller betriebsbereit gehabt hätten als die vom Gastwirt angesagten acht Stunden.


Nach dem leckeren Abendessen begann man an den verschiedenen Tischen diverse Spiele zu spielen, wodurch zwischendurch auch der Lautstärkepegel in die Höhe schoss. Nach den 22 km Wanderung mit 1700 m Steigung und 900 m Gefälle war dann aber auch der letzte Tisch bald nach Mitternacht geräumt und man begab sich in die Schlafzimmer.


Um 07:30 Uhr war das Frühstück bereit und um 08:30 Uhr startete die Wandergruppe in den zweiten Tag. Gemütlich begann dieser mit einer Sessellift-Fahrt runter ins Oberdorf Wildhaus. Unten angekommen nahm ein Turner direkt wieder den Sessel nach oben, da seine Uhr in der Unterkunft liegengeblieben war (immerhin konnte diese gerettet werden, nicht so wie sein Gürtel, welcher seit einem Turnfest im letzten Jahr weiterhin verschollen bleibt).


Die anschliessende Wanderung war mit zwei Stunden und nur wenigen Höhenmetern einiges gemütlicher angesetzt als am ersten Tag. Mit der Sellamatt-Bahn erreichten wir schliesslich wieder das Tal, wo wir unsere Reise wieder mit Bus und Bahn fortsetzen konnten.


In Rapperswil angekommen gönnten sich einige von uns eine kurze Erfrischung im Zürisee, bevor die Turnfahrt mit der obligaten Schifffahrt fortgesetzt wurde. Bei weiterhin schönstem Wetter konnte die Fahrt über den Zürisee mit Käse- und Fleischplättli genossen werden. Man vergnügte sich mit Wein und Bier und sang ein Lied nach dem anderen, um seine gute Laune kundzutun – was offensichtlich auch auf andere Besucher des Schiffes ansteckend wirkte.


In Zürich angekommen folgte ein letzter kurzer Marsch nach Stadelhofen, wo dann endgültig die Heimreise angetreten wurde. Und obwohl sich teilweise auch die Müdigkeit vom Vortag zeigte, herrschte bis zur Ankunft in Stammheim ausgelassene Stimmung in den von uns besetzten Zugabteilen.


Einmal mehr konnte ein tolles TV-Wochenende im Bahnhöfli seinen Ausklang finden, bevor sich die Turnerschar auflöste und zufrieden nach Hause zog.



Vielen Dank an Michelle für die anstrengende, aber wunderschöne Turnfahrt!


Bilder: Simon Keller, Manuel Wepfer, Denise Ulrich







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